Reichenbach heißt das Dorf und so wird auch der Bach genannt, dessen Name schon manchen Geschichtsschreiber dazu veranlaßt sah, das Beiwort „reich“ so zu erklären, als wäre es ein reicher,
starker, mächtiger Bach, der im „Gächersteichlein“, am Fuße des Glasendickenberges (676 m), seinen Ursprung hat. Nur im Frühjahr und im Herbst nach der Schneeschmelze und nach den Herbstregen
schwillt der Bach für Tage bloß an, um ansonsten sehr bescheiden und gar nicht „mächtig und reich“ seinen Weg fast genau nach Süden durch die Auwiesen zu nehmen.
Reichenbach liegt weit oben im „Nortwald“ nahe der fränkisch-thüringischen Grenze und im Hochtal des Reichenbaches. Die ersten Siedler des Dorfes, die Nachkommen einiger weniger seßhaft
gewordener Landsucher und heimisch geborener Jäger und Fischer, legten ihre Höfe an die Ufer des Baches, damals nichts ahnend, daß der bischöfliche Fürst und Herr gerade diese Gegend als
Grenzland seines Oberamtes Teuschnitz ausgewiesen hat. Bis dorthin, in die weiten Fluren des Baches, soll sein Besitztum „reichen“, d. h. grenzen. Reichenbach heißt das Dorf am Grenzbach.
Die Schreibweise des Ortsnamen hat sich im Laufe der Zeit mehrfach geändert, wurde vermutlich aber nur willkürlich, etwa nach Gehör, niedergeschrieben. So im Jahre
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1190 | Richebach |
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1250 | Richenbach |
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1388 |
Richenpach |
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1520 |
Reychenbach |
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später bis jetzt |
Reichenbach |
Kopie der
Originalurkunde vom Jahre 1190/1192
in der Reichenbach zum erstenmal urkundlich erwähnt wird